Archiv für Juli 2009

denkreste

Montag, 27. Juli 2009

wimpern nicken dazu; blauroter schluckauf,
ein verräter aus licht oder illusion vom glück:
leuchtreklame, frischer sehnsuchtsdebütant:
im zwischenraum aus schmutz und ewigkeit.

der gegenklang: schnarchen und summen,
blinzeln und flackern; flinker mundschreck,
eifrig – ich bin ein lampenschirm wider den
glühenden werbebanner: dösige tapferkeit.

erbrochene hinterhofromantik; ausgestorben:
flüssigkeit aus ziegelsteinstein, aus dreck und
falschen träumen: schmuckloses regennass,
vergänglich; nur zweistöckiges fensterblicken.

wasserschlürfen, ein schnittmusterbrauchen;
in kissen verschlafenes an tatsachen wühlen,
manchmal im aufblinken, auch im vergessen:
ein waffenstrecken, sitzen, liegen, erwachen.

ein rollen aus wünschen, ein gackern im flur,
ein sturres stück schimmel im hintersten eck;
wortleben bei nacht: halber fingerschwindel,
vom satzsuchen und -finden; angstaufessen.

und der schlussakkord? ein nadelkratzen auf
plattentellern; ein verlebtes herzklopfen: kurz,
wie ein klicken in den schläfen; harter wachs,
ideen aus künstlichem stoff und sonst nichts.

treppensturm

Mittwoch, 22. Juli 2009

wie nachtschleicher schlagen sie:
rostige fingernägel in die wand;
erhängen außenaufnahmen vom
fließen – schwarzweißtreiben im
rahmen der engen möglichkeiten.

hundsgemeine hirnschlachtung!
hier an den blanken mauern.
und dort: ein schatten aus gras,
der im luftstrom schwärze fängt;
ein blick: ein lahmes augenlied.

im gang: ein leiser treppensturm,
ein wages durch die stufen blättern,
ein in den himmel rennen: auf dem
lärm der nacht – mit tränensäcken
auf den angespannten schultern.

einkaufswagenverhältnisse

Freitag, 10. Juli 2009

du sprichst: vom filmflimmern; ich:
war einkaufen. eine packung trost.
stumpfes empfinden gratis: du ächzt
eine spitze; ich: dämpfe sie. stumpf.
auf die entfernung: ein innehalten;
haben wir vergessen, wie sand läuft?

du: unter krusten versteckt; ich: nicht.
kofferträger bringen: ein atemholen.
da: ein kleeblattwuchern. hier: brust-
hohe wälder. du verlierst: dich; ich
suche: nicht. von tönen überbelichtet.
wir verspüren den stimmenschwund.

wie sie sich gleichen: die immer gleichen.
ein wieder verdauen. flicken und richten.
die lebenszeiten. auch: die jahresleichen.
die glänzenden. und auch: die schlichten.

was bleibt?

Mittwoch, 8. Juli 2009

was bleibt / wenn der morgen
bei anbruch der sprachlosigkeit
ein vorgetäuschtes flehen
in deinen bauchnabel legt?

ein beharrliches läusefieber im
nacken / wenn ich dir violette
küsse auf den unterarm kippe?

ein stechendes schmetterlings-
winken im rücken / wenn ich dir
ein lebewohl auf die brust sticke?

ein verzerrtes möwenkreischen
zwischen den zeilen / wenn ich dir
den türknauf ins rückgrat werfe?

vielleicht auch nur:
ein zerkratztes fältchen auf
einem wangenbein hüpfend