mösengezwitscher

wo der lenz ein eisverlecktes frühsommern
mit pappenstielen durch die stadt scheucht:
hängen glattwandig blutleere sonnenfetzen
nassgeschwitzt auf asphaltierten tristessen.

wo alles nur mit heißer asche wirrnis tüncht
und jeder sinn kastriert von einem atemzug
an mauern weißverschmierte wunden bellt:
schleckt blumenwachs verklärte tagesluft.

wo im mäandern sprachgeburten untergehen
und lippenflüssig unter röcken büschel kosten
um mit weichgestreckter zunge ihren durst
an fabelgeiler kühnheit nonchalant zu stillen:

hastet über sandverspielte häuserstrände
mösenzwitschern wie ein leiser plauderton.

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