hier

wieder hier sein
zurück & neu vertont
an dieser stelle:
auftreten!
mit dem gewicht
(d)eines schattens

die schnäbel voller sand & ein:
klopf, klopf da drüben am fenster
hinter dem: das meer
mit wellen nach mir wirft

blickfest
die augen in den himmel
werfen & mit
feuerzungen
lichterlosen ketten
folgen

mit nichts als
wachgespültem restschlaf
in den taschen

& den staub aus
erinnerung
kunst &
alkohol
am strand
vergessen

jenseitsmädchen

sie legt die augen auf den tag
hat nichts als sonne heut gegessen
ihr dasein läuft jetzt ruhig
durch alles eisgeklammer

sie schluckt die müdigkeit
& fragt im mondscheinstaub die ferne
doch alle fragen weilen blind
& nichts macht ihr den abschied schwer

die leisen tränen streicheln
nur noch aus vergesslichkeit
& aus den sternen regnet
hoffnungswarm ihr wangenrot

& so ist es
dass sich ihr luftzug
im schneefall
veratmet

landungsbrücke

verstoßen
von inseln
daselbst liegen
die vers/toten

ein gähnen
erstickt
den ankommenden
mond

und
alles versinkt
unter
schwarzem schnee

kinetose

mit nebelzikaden
bedeckt, die innen-
leben saugen

halb ist es noch
lichtlos im
schlafwagenland

halb ist es rostiger
wind noch vor
dem aufwachen

in mich reingedacht

und das mustern
der fensteraugen

beim warten
auf schwingungs-
tilgung ein
zwangsschlucken
von stromschnellen

was bin ich
angstverschwender
unter deinen
fingerkratzern …

wir waren

nur die untiefen
& wie sie
verschwinden

mit der unruhe
des lichts &

deine zunge
die sich in mir

verläuft

wie die klang-
streicher nur

& das ineinander
greifen an der
schmalen grenze

zwischen der enge
der eigenen haut

& deiner weite

nun sind wir nichts
nichts als
ein atemstoß
der war & sich in
erinnerungslücken
versteckt

mondbleich

es läuft jetzt alles
mondbleich
& ganz gleich
wie deine haut
wie weich
auch alles scheint
es sind die seufzer
die wie regentropfen
in deinen augen

flüstern

herbstlied

dein enges plauderkleid, das still &
kühl im herbstwind lacht: leg es ab!
leg alles sonnenbaden, sommerlichter
& die alte haut in eine schachtel rein.

streck deinen lungenschlag & fang
mit kleeblatthänden sorgenbrecher.
fang sie auf! & lauf – lauf mit nassen
schritten deinen kummerberg hinauf.

leg dein ohr: ins weiche laub & hör
den farben – hör dem herbstlied zu.

blaubeerfleck

dein frühstücksblick entlang der pyjamaidylle
& gebeugte morgensätze auf krummen beinen:
mit großen augen aus: kaffeetassen.
restentfremder, kussverachter & dergleichen.

sag, wie denkst du weiter?
während dein haar nach mir: greift.
ganz nebenbei: kissenkratzer,
lose segeltücher & ein blaubeerfleck.

zeitlebens

hier war welt schon
immer: war herzschlag
war das klopfen
an membranen: sagst du

an allem zieht: zeit
zieht, wie früher einmal
ohne hast
zieht weiter: sagst du

dein blick wird leer
erdfahl: will flach werden
will verstecken
kaltstart: dein blinzeln

und alles warnt
warnt vor dir
dein lachen: unscharf
nur dein drehen
bleibt: wo alles
alles schon immer
schon immer war

küstenherz

im abend stehen
sich diesen untergang aufsetzen
die vögel atmen
die nostalgie abschnallen
lichtbüschel, da oben, schau nur
sie löffeln die wolken
unter dem rot, die dunkeltöne
da, die schattenblätter zittern noch

mit der sonne ausströmen, jetzt
die buntstifte auspacken
über lungenschleier malen
libellenschlag, sieh nur
ein meeresfisch zerreibt die luft

das einstgrün und der wein
leg dich hin, kopfübertauchen
leg dein ohr, leg es halsabwärts, kleines
leg es brustnäher, kleines küstenherz
leg es – auf das klopfen